Logbuch 2022

Ende November 2022 Denarau/Fidschi - Opua/Neuseeland
Dem aufmerksamen Leser unserer Homepage ist sicher nicht entgangen, dass wir diesmal an einem Freitag ausklariert haben und auch losgefahren sind. Wir sind sehr bemüht, das zu vermeiden, denn ein bisschen abergläubig sind wir schon. Aber wir wollten das Wetterfenster nicht verstreichen Einfahrt ins Nord Minerva Rifflassen, obwohl es so ganz optimal nicht war. Die ersten Stunden mussten wir motoren, was wir nicht so gerne tun, aber wir haben vorher gewusst, dass wir das in Kauf nehmen müssen. Aber dann lief's wie's Lottchen. Wir liefen meist mit 8 - 10 Knoten und kamen bis zum nächsten Morgen ganz gut voran. Aber dann haben wir heftig gebremst, um eine Front vor uns durch gehen zu lassen. Zusätzlich zu der kleinen Arbeitsfock hat Benno ein zweites Reff ins Groß gebunden und wir sind dann nur noch mit 5 - 6 Knoten dahin geschlichen. War aber angenehmes Segeln und nach der FrontPlataxe am Wrackhaben wir dann sogar Rückenwind bekommen. Durch das Bremsen waren wir allerdings drei Nächte unterwegs, was aber nicht schlimm war, denn das Leben an Bord war fast wie am Ankerplatz. Als wir 2019 von Suva zum Minerva Riff unterwegs waren, haben wir nur zwei Nächte gebraucht, aber von Suva ist es auch ein ganzes Stück näher als von Denarau. Wir kamen am 31.10. vormittags im Nord Minerva Riff an und waren erst mal ganz alleine. Aber nicht sehr lange, denn kurz darauf trafen Richard und Michelle von SY Pogeyan ein. Wir haben die beiden Ende November 2019 im Minerva Riff kennengelernt und sie sind wie wir große Fans dieses Platzes. Und es dauerte nicht sehr lange, bis noch mehr Boote kamen. Und schon gab es ein reges "social life" und wir trafen uns bald mit anderen Seglern zum Potluck, waren gemeinsam auf Lobsterfang (seerfolgreicher Lobsterfanghr erfolgreich!) und es gab auch einen gemeinsamen Tauchgang außerhalb des Passes vom Minerva Riff, der sehr spektakulär war. Wir wollten auch noch mal zum Süd Minerva Riff, aber kaum waren wir einen Tag dort, tat sich ein Wetterfenster auf, um nach Neuseeland zu segeln. Auch dieses Wetterfenster war nicht so optimal, wie wir es vor drei Jahren hatten, denn wir mussten auch wieder einige Stunden motoren. Aber es ist auf jeden Fall besser, in ruhiger See zu motoren, als in eine Hexenküche vor Neuseeland zu kommen. Wir haben noch gut in Erinnerung, dass vor drei Jahren ein Boot kurz vor Neuseeland gesunken ist und ein Crewmitglied das mit dem Tod bezahlen musste. Aber gegen einen längeren Aufenthalt im MinervaFahrt zum Quarantäne Dock in OpuaRiff sprach auch, dass etwa Mitte November möglicherweise ein ziemliches Unwetter dort zu erwarten gewesen wäre. Die Wettermodelle waren sich absolut uneinig, was kein gutes Zeichen ist und die Gefahr, dass sogar ein Zyklon dicht am Minerva Riff vorbeizieht, war durchaus gegeben. Das wollten wir nicht erleben und so sind wir am 9. 11. nach nur einem Tag im Süd Minerva Riff aufgebrochen. Der Wind sollte aus nördlichen Richtungen blasen und den wollten wir ausnutzen. Dieser Wind hielt auch zwei Tage an und dann drehte er mehr vorlicher. Auch damit konnten wir noch gut segeln, wenn auch mehr und mehr Wolken aufgezogen sind und es anfing zu regnen. Dann kam die versprochene Flaute und wir mussten motoren. Die Motorstunden taten den Batterien gut, aber wir konnten zwischendrin immer mal wieder segeln. Zwei Tage, bevor wir in Neuseeland ankamen, war wieder sonniges Wetter und die letzte Nacht vor der Ankunft in Neuseeland hatten wir noch ordentlich Wind und kamen gut voran. Am Montag, den 14.11. kamen wir in Opua an und wurden gleich von den Behörden in Empfang genommen. Die Einklarierung dauerte diesmal etwas länger, weil von Biosecurity zwei Behördenvertreter an Bord waren und einer den anderen beim Cruisers Festivaleingearbeitet hat. Aber sie fanden nichts, was zur Einfuhr in Neuseeland verboten ist und meinten, dass wir sehr gut organisiert wären. Na prima, so haben wir das gerne. Zum Schluss sollte noch der Drogenhund an Bord, aber als ich erwähnte, dass ich eine Hundehaare-Allergie habe, nahmen sie davon Abstand und der Hund kam nicht an Bord. Stattdessen wurde das Boot eben ohne Hund durchsucht, aber da wir keine Drogen an Bord haben, war das auch ohne Probleme bald vorbei.Monika von der Opua Marina, die wir schon seit einigen Jahren kennen, kam zur BegrüßungBlick auf Urupukapukaund teilte uns mit, dass wir gerade rechtzeitig für das Cruisers Festival in Opua angekommen sind. Ausrichter war diesmal die Bay of Islands Marina mithilfe diverser Sponsoren. Das machen wir doch glatt mit, aber erst mal fuhren wir nach Paihia um frische Lebensmittel einzukaufen und abends leisten wir uns ein schönes Essen im Zane Grey's Restaurant direkt am Ferrydock. Dann ging es zurück nach Opua, um von Mittwoch bis Sonntag an dem Cruisers Festival teilzunehmen. Wir fanden es nicht so gut, dass wir den Anker nun wieder in die braune Brühe vor Opua werfen mussten, aber manche Opfer müssen für das Entertainment eben gebracht werden. :-))
Die Sponsoren haben sich vorgestellt, man hat uns fast jeden Tag was zum Essen serviert und Party gab es auch und wir haben wieder viele nette Segler kennengelernt. Man hat auch einen Bus organisiert und uns nach Kerikeri zur Street Party gefahren. Die Hauptstraße war abgesperrt und es gab überall Stände mit Essen, natürlich auch was zu trinken und mehrere Livebands, die gute Musik gemacht haben und wo getanzt wurde. Wir hatten an dem Tag auch Glück mit dem Wetter, denn es hat den ganzen Abend nicht geregnet, obwohl das Wetter zurzeit in Neuseeland immer noch durchwachsen ist.
Nach dem Festival haben wir erst mal den Anker wieder aus dem Schlamm gezogen und haben verschiedene Plätze in der Bay of Islands besucht. Unser Plan ist, in der nächsten Zeit noch einige Freunde zu besuchen und dann wollen wir mal in einem anderen Revier als der Bay of Islands segeln. Wir haben vor, mal mit Belena auf die Südinsel zu segeln. Hoffen wir mal, dass wir dazu ein geeignetes Wetterfenster finden.

Ende Oktober 2022 Denarau/Fidschi
Mitte Oktober bin ich, Marlene, wieder wohlbehalten in Fidschi angekommen. Und um es gleich vorweg zu nehmen, wir haben am 28. Oktober in Denarau ausklariert und sind gerade dabei, Fidschi zu verlassen. Unser Ziel ist wieder Neuseeland, entgegen unseren Erwartungen, denn Neuseeland hat überraschend im Juni dieses Jahr alle Einreisebeschränkungen aufgehoben. Nix mehr mit "Impfzertifikat", PCR-Test oder ähnlichem schönes blaues klares WasserUnsinn. Im Land selbst gibt es seit Mitte September auch keinen Maskenzwang mehr, außer in ganz speziellen Bereichen. In der kommenden Zyklonsaison soll es laut langfristiger Vorhersage in Fidschi zwar nur wenige Zyklone geben, aber wer weiß, obBlaupunktrochendas wirklich so stimmt und wir fühlen uns einfach in der Zyklonsaison in Neuseeland wohler. Dies und auch andere Überlegungen haben zu unserem Entschluss geführt und letztendlich haben wir mittlerweile auch viele Freunde in Neuseeland, auf die wir uns freuen. Und so kam es, dass ich gerade etwas mehr als zwei Wochen nach meiner Ankunft in Fidschi hatte. Ein Teil der Zeit haben wir mit Vorbereitungen für den Törn verbracht. Einkaufen, Schiff fertig machen usw. Aber es blieb natürlich auchnoch Zeit, um sie mit unseren Freunden zu verbringen und wir haben auch nochmal einen Ausflug an das Roro Riff in der Nähe von der Pizzaplattform Cloud 9 gemacht. Dort ist das Wasser einfach nur toll und wir können uns an den verschiedenen Blautönen des Wassers gar nicht satt sehen. Das Wasser ist außerdem glasklarund das Riff ist schön zum Schnorcheln. AmmenhaiLeider kann man nicht immer dort sehr unbeschwert ankern, denn wenn der Wind zu stark wird, dann ist der Platz doch zu unruhig.
Benno hat eigentlich schon nach einem Wetterfenster für nach Neuseeland geschaut, als ich noch in Deutschland war. Wir hoffen, dass wir jetzt geeignetes WetterSonnenuntergang vor Malolo Island haben um gepflegt nach Minerva zu kommen. Ja, Ihr habt richtig gelesen. Unser Ziel ist wieder das Minerva Riff. Das hat es uns einfach angetan. Leider ist es von Fidschi nicht sehr einfach zu erreichen, denn es liegt weit im Südosten. Und aus dem Südosten weht meistens hier der Wind, mehr oder weniger stark. Aber wir wollen es versuchen und wenn wir dann dort sind, wollen wir eine Weile dort bleiben und auf ein geeignetes Wetterfenster warten um weiter nach Neuseeland zu segeln. Auf dem Positionsbericht könnt Ihr unseren Törn wie immer verfolgen und es gibt ja auch immer kleine Kommentare dabei.
Nun ist wieder nicht so unglaublich viel passiert seit dem letzten Logbucheintrag, wenn man mal von Diwali, dem indischen Lichterfest, absieht. Doch davon haben wir außer ein paar Feuerwerken nicht viel mitbekommen. Deshalb ist dieser Bericht auch sehr kurz. Aber ich habe mir gedacht, dass ich besser einen kurzen Bericht schreibe, als gar keinen Bericht. Natürlich ist es mit Internet erst mal vorbei, sobald wir Fidschi verlassen haben und wir werden eine Weile nicht erreichbar sein. Aber sobald wir in Neuseeland sind, wird es wieder Internet geben und dann kommen auch wieder ein paar Bilder auf die Homepage und wir werden auch schreiben, wie es uns auf dem Törn ergangen ist. Versprochen!

Ende September 2022 Viti Levu/Fidschi
Oje, oje! Jetzt fehlt doch glatt der Eintrag für den August 2022. Aber ich, Marlene, habe mich im Laufe des Monats August entschlossen, mal wieder nach Deutschland zu fliegen. Benno hat in Fidschi die Stellung auf Belena gehalten. Ich war zuletzt im August 2019 in Deutschland und hatte die Absicht, im März 2020 wieder dorthin zu fliegen. Aber dann kam was dazwischen. :-((( Wir waren ja zu dieser Zeit bekanntlich in Neuseeland und die restriktive Politik dort hätte es mir nicht erlaubt, nach einem Deutschland-Aufenthalt wieder zu meinem Zuhause, unserer Belena, zurückzukehren. Erst am 1. Mai 2022 hat die neuseeländische Regierung es erlaubt, dass wieder Touristen ins Land einreisen dürfen. Aber zu diesem Zeitpunkt hatten wir schon in Erwägung gezogen, dass wir dieses Jahr wieder nach Fidschi segeln wollen.Hans und Judy

Wir sind ja nun schon das sechste Mal in Fidschi und es gibt nicht viele Flecken, die wir in Fidschi noch nicht kennen. Aber dieses Jahr war es überall proppevoll. Kein Wunder, denn es kamen viele Boote aus Französisch Polynesien, die dort hängen geblieben waren. Und die anderen Länder zwischen Französisch Polynesien hatten ihre Grenzen auch noch nicht uneingeschränkt oder überhaupt offen und so sind viele Crews direkt nach Fidschi gesegelt. Fidschi war ja schon letztes Jahr für Segelboote offen, aber viele haben die höheren Kosten gescheut und sicher hatte auch der ein oder andere Bedenken, ob sich die damalige Covid19-Politik der Regierung in Fidschi nicht doch sehr negativ auswirkt. Das hat es jedoch nicht, jedenfalls nicht für uns und wir habender Qualm der Deponie Lautokadie Zeit in Fidschi letztes Jahr sehr genossen. Aber unser Bewegungsdrang war dieses Jahr nicht sehr groß. Eine große Rolle haben dabei auch unsere Freunde gespielt, die ja nicht mehr die Jüngsten sind. Wir haben immerhin dieses Jahr mit Hans seinen 91zigsten Geburtstag gefeiert. Wir haben deshalb viel Zeit in der Nähe von Bekana Island bei Lautoka verbracht, wo das Boot von Hans und Judy schon seit vielen Jahren fest verankert ist. Allerdings hat die Stadt Lautoka uns diesmal den Aufenthalt ziemlich vermiest. Ganz in der Nähe der Stadt ist die Mülldeponie und man hat diese Anfang August angezündet. Offenbar gibt es keine andere Möglichkeit, den vielen Müll loszuwerden. Allerdings zieht dieser giftige Qualm oft über die Stadt und die Bewohner leiden sehr darunter. Proteste der Malolo Lai LaiBevölkerung werden allerdings nicht geduldet. Das ist die unschöne Seite von Fidschi, die in den farbenfrohen Tourismusprospekten nicht erwähnt wird. Je nach Windrichtung zieht dieser Qualm auch zu unserem Ankerplatz und dann hauen wir ab. Aber unser Radius war bisher nicht sehr groß. Wir haben gelegentlich vor Denarau oder Yakuilau Island geankert, einer unserer neuen Lieblingsplätze ist bei Cloud 9 und Benno war auch gelegentlich bei Mana Island oder Malolo Lai Lai, wo die Musket Cove Marina mit ihrer schön gelegenen Bar ist. Allerdings war es dort Benno oft zu voll, denn er liebt mehr die einsameren Plätze. Er hat zwei neue Ankerplätze entdeckt, wo es ihm gefällt und wo er nicht weit weg von Bekana Island ist, denn er ist gerne mit Hans und Judy zusammen. Ein Tagesankerplatz ist Savala Island, was wohl früher als Ziel von Tageskreuzfahrten gebucht werden konnte, aber mittlerweile wird das Inselchen nicht mehr dafür genutzt. Für die Nacht ist der Ankerplatz aber nicht sicher genug und Benno fährt dann in den Dreketi River, der etwa eine Meile nördlichSoursopvon Vuda Point ist und wo er vor den meisten Windrichtungen geschützt liegt.
Sonst gibt es im Moment nicht viel mehr zu berichten. Belena ist unser Zuhause und das Leben ist auch bei uns nicht immer aufregend. Den Alltag mit Einkaufen, Kochen, Essen, mal ab und zu was reparieren, sauber machen usw. usw., das alles gibt es auch bei uns. Nur die Kulisse ist eine andere oder die ein oder anderen Umstände. Ich genieße es zum Beispiele sehr, in Lautoka auf dem Markt einzukaufen. Ich kenne dort mittlerweile viele Leute und weiß, wo ich die beste Qualität bekomme. Ein Beispiel: dort, wo ich die Eier kaufe, werde ich beim nächsten Einkauf immer gefragt, ob die Eier denn auch alle in Ordnung gewesen sind. Wäre dem nicht so, würde man mir kostenlos Ersatz geben. Das ist doch mal ein Service. Wir schwelgen auch immer im lokalen und saisonalen Obst. Zurzeit ist unser Lieblingsobst die Soursop (Stachelannone - Annona muricata). Da dieses Obst sehr schnell reift, wenn es einmal gepflückt ist, wird diese Frucht selten nach Europa exportiert. Wir haben sie das erste Mal in der Karibik unter dem Namen Guanabana kennen und lieben gelernt. Ich gehe oft mit Judy einkaufen und Albert und Louisa sind auch immer mit von der Partie. So macht das Einkaufen Spaß und ist immer unterhaltsam. Ich freue mich schon sehr darauf, wenn ich wieder in Fidschi bin.
Ich plane, wieder im Oktober 2022 zurück nach Fidschi zu kommen und ab dann wird es dann auch wieder Berichte geben, wohin die Reise mit Belena geht und was wir so treiben.

Ende Juli 2022 Viti Levu/Fidschi
Die aufmerksamen Leser unserer Homepage haben sicher an unserem Positionreport schon gesehen, dass wir mittlerweile in unserem geliebten Fidschi sind. Wenn es auch diesmal sehr lange gedauert hat, bis es mit dem Wegsegeln von Neuseeland geklappt hat. Ein für uns akzeptables Wetterfenster war zwar schon Anfang Mai, aber leider konnten wir dieses nicht nutzen. Hätten wir bis Ende April in der Halle bleiben können, dann hätten wir schon Anfang Mai nach Fidschi aufbrechen können. Aber hätte, hätte, Fahrradkette. Die letzten Tage in Neuseeland waren wettermäßig Moturua Ausblick vom Hikurangi Padoch eher ungemütlich und wir hatten auch einige Winterstürme. Zum Glück hatten wir zwischen den Winterstürmen auch immer wieder herrliche Tage. Sonnig und von der Temperatur auch so warm, dass wir keine Strümpfe brauchten und teilweise sogar mit kurzen Hosen rumgesprungen sind. So wie die Kiwis das eigentlich immer machen, fast immer. Und wir haben die schönen Tage für kleine Ausflüge genutzt. Wir haben schonObstkorb mit neuseeländischen Früchtenvor ein paar Jahren die Insel Moturua komplett umlaufen. Diesmal laufen wir nur ein Stück und zwar von der Otupoho Bay in die Waiwhapuku Bay und dann noch zum Hikurangi Pa, wo man einen schönen Ausblick hat. Leider haben wir am Ende der Wanderung einen toten Pinguin am Strand gefunden. Unsere Freunde haben uns berichtet, dass zurzeit öfter tote Pinguine an Land geschwemmt werden. Neuseeland hatte dreimal hintereinander ein La Nina Jahr und es wird vermutet, dass dadurch die Pinguine nicht genug Nahrung gefunden haben. So sind sie wahrscheinlich verhungert oder auch an Unterkühlung gestorben, weil sie nicht genug Fett aufbauen konnten. Trauriger Anblick.
Wir haben es einfacher als die Pinguine und müssen nur in den Supermarkt gehen, um uns Futter zu besorgen. Bevor wir abgelegt haben, war natürlich noch ein größerer Einkauf fällig. Wir haben auch bei dem lokalen und saisonalen Obst zugeschlagen. Wir mögen Persimonias sehr gerne, die in Deutschland eher unter dem Namen Kaki bekannt sind. Dann gibt es natürlich Kiwis, Tamarillos, Feijoas und Mandarinen und Zitronen waren auch gerade reif. Und jede Menge Avocados hatten wir auch. Wir haben auch dieses Jahr vor unserer Abreise wieder jede Menge Obst von unseren Freunden geschenkt bekommen. Da wir ja von vorneherein vorhatten, einige Zeit im Minerva Reef zu verbringen, war das hoch willkommen. Die Verabschiedung von unseren Freundeblau blau blau im Minerva Riffn ist diesmal besonders schwergefallen. Wer weiß, ob wir wieder nach Neuseeland kommen. Pläne machen ist in der jetzigen Zeit sehr schwierig.
Wir sind am letzten Tag im Juni von Neuseeland weg gesegelt und hatten einen ordentlichen Wind, der uns gut vorwärtstrieb. In den ersten 24 Stunden nachdem wir von Opua den Anker hochgeholt haben, hatten wir etwa 200 Meilen hinter uns gebracht. Aber leider waren die nächsten Tage sehr schwachwindig, aber den zweiten Tag konnten wir noch segeln, wenn auch nicht mehr so schnell. Aber die Temperaturen wurden schon merklich höher. Leider musste dann am dritten Tag der Motor eine Weile laufen, aber zum Glück nicht sehr lange. Wir wollten diesmal wieder einen Stopp bei den Minerva-Riffen machen, zwei Atolle, die bei Hochwasser mehr oder weniger überspült sind. Aber man findet trotzdem geschützte Ankerplätze und genießt das Gefühl, mitten auf dem Meer zu ankern. Nach fünf Tagen erreichten wir das Süd-Minerva-Riff und warten dann aber noch, bis es Tag wird, ehe wir ins Atoll fahren. Den ersten Tag sind wir ganz alleine. Kein weiteres Boot außer uns ist hier. Aber am nächsten Tag kommen zwei Katamarane und die Crew eines Bootes kennen wir bereits. Sie sind mit uns losgefahren, aber klagen darüber, dass die letzten 48 Stunden sehr "bumpy" und gar nicht schön zu Segeln gewesen wären. Aber sie sind einer direkten Linie von Neuseeland zum Minerva Reef gefolgt und wir haben einen Umweg von mehr als 100 Seemeilen nach Osten gemacht. Aber durch diesen Bogen hatten wir immer raume Winde, die wesentlich angenehmer sind, als den Wind auf die Nase zu haben.
Das Wetter im Minerva Reef war schon sehr akzeptabel, wenn auch noch nicht so warm, wie man es aus den Tropen kennt. Tagsüber war es sonnigFire Showund wir erreichten Temperaturen bis 24 Grad und die Wassertemperatur war 23 Grad. Für einen längeren Schnorchelgang ziehen wir noch Neopren an, aber es ist kein Vergleich zu dem kalten Wasser in Neuseeland. Die Unterwasserwelt ist hier noch in Ordnung und wir fangen einige Lobster. Immer wieder lecker. Auch Fisch geht uns an die Angel, als wir durch den Pass fahren. So kann man es aushalten. Wir bleiben ein paar Tage im Süd-Minerva-Riff und segeln dann ins Nord-Minerva-Riff und machen auch da ein paar Tage Urlaub.
Als sich dann ein gutes Wetterfenster auftut, um nach Fidschi zu segeln, nehmen wir das wahr. Wir hatten die ganze Zeit Wind aus nördlicher Richtung und nun geht es mit südlichen Winden nach Fidschi. Unterwegs macht ein Tölpel bei uns Rast, aber leider sucht er sich eine Leine aus, auf der er sich ausruhen will. Aber seine Füße sind dafür nicht optimal designed. Durch die Schwimmhäute sehen sie ein bisschen wie Entenfüße aus und er muss sich immer wieder ausbalancieren. Wir haben einen schönen Törn und das Anglerglück ist uns auch hold, denn wir fangen zwei Mahimahi oder auch als Goldmakrele bekannt. Ein sehr leckerer Fisch.
Wir machen schön langsam, denn wir wollen nicht nachts ankommen und am 19. 7. sind wir dann vor Denarau, wo wir einklarieren wollen. Dieses Jahr ist es in Fidschi sehr voll und man hat erst mal keinen Liegeplatz für uns in der Marina, wo wir einklarieren müssen. Aber wir sind ja langjährige Kunden dort und die Marina kann uns nach einiger Wartezeit am Ankerplatz doch noch einen Platz in der Marina anbieten. Das Einklarieren geht im Gegensatz zum letzten Jahr sehr entspannt vor sich. Keine Quarantäne am Ankerplatz, kein PCR-Cloud 9Test vor der Abreise aus Neuseeland und auch kein PCR-Test in Fidschi. Stattdessen kommt ein Health Officer, der ein Stäbchen nur ein ganz kleines bisschen in unsere Nasenöffnung reinschiebt und das Ergebnis ist nach etwa 10 Minuten da. Das nennt sich hier RAT-Test und es ist alles in Ordnung. Ein bisschen verrückt ist das schon, denn letztes Jahr gab es in Neuseeland so gut wie keine "Fälle". Dieses Jahr gibt es Unmengen an Covid-19 erkrankte Neuseeländer und es sterben auch einige, aber es trifft meistens nur die "Geimpften". Wie uns der Behördenvertreter beim Einklarieren mitteilt, ist es in Fidschi auch so, dass überwiegend die "Geimpften" an Covid-19 erkranken.
Nach dem Einklarieren waren wir noch eine Nacht in der Marina und haben schon mal das ein oder andere eingekauft. Denarau ist ja eine Touristenhochburg und ist jetzt wieder belebt. Was war das letztes Jahr für ein trauriger Anblick, als hier kaum eine Menschenseele zu sehen war und nun sind Geschäfte und Restaurants wieder offen.
Als Nächstes sind wir nach Bekana Island gesegelt, unsere Freunde dort haben uns schon sehnsüchtig erwartet. Die nächsten Tage waren wir natürlich viel mit den beiden zusammen und es gab viel zu erzählen. Ich habe auch mit meiner Freundin einen größeren Einkauf in Lautoka gemacht. Das geht immer sehr entspannt vor sich, weil wir Hilfe von den Leuten vom Bekana Resort haben. Wir nutzen auch deren Shuttle, um bequem in die Stadt zu kommen.
Als der oft starke Passatwind etwas Pause gemacht hat, sind wir nach Likuri Island gesegelt. Wenn der Passat weht, ist es ausgesprochen ungemütlich, bei der Navula Passage um die Ecke zu kommen. Auf Likuri Island befindet sich das Robinson Crusoe Island Resort und die bieten fast täglich eine Show, die absolut sehenswert ist. Höhepunkt des Abends ist die Fire-Show, die wirklich sensationell ist. Wir haben dort ein paar schöne Tage verbracht und haben dort auch einen guten Bekannten getroffen, den wir 2011 in Panama kennengelernt haben und zuletzt 2014 in Franz. Polynesien gesehen haben. So klein ist die Welt. Leider ist das Schnorcheln bei Likuri Island nicht so hervorragend und wir segeln dann Richtung Malolo Island. Dort fällt der Anker bei Cloud 9, die dieses Jahr wieder in Betrieb ist. Dort ist das Wasser glasklar, kein Wunder, denn der Platz ist ziemlich weit draußen und nur durch ein Riff geschützt. Pizza essen bei Cloud 9 haben wir uns auch nicht entgehen lassen. Die haben dort einen Pizzaofen und die Pizza schmeckt lecker.
Wir haben noch keine konkreten Pläne für die nächste Zukunft, aber wir freuen uns, dass es dieses Jahr noch relaxter zugeht als letztes Jahr und werden unsere Zeit hier in Fidschi genießen.

Ende Juni 2022 Bay of Islands/Neuseeland
Nun, ganz so schlimm ist es mit der Wasserverschmutzung in Neuseeland nicht überall. Kritisch ist es dort, wo viele Menschen wohnen, es viele Rinder gibt oder Lachsfarmen. Ein Freund, der im Sommer in einem Süßwasserteich gebadet hat, hatte anschließend eine Blutvergiftung. Er hatte eine kleine Wunde am Fuß und durch die Bakterien in diesem Teich hatte sich das so böse entzündet.
Aber wir kennen die Plätze, wo akzeptable Wasserqualtiät zu finden ist. Einer dieser Plätze ist die Okahu Passage zwischen Okahu Island und Waewaetorea Island. Das ist einer unserer Lieblingsplätze, denn hier strömt das Wasser aus der Weite des Pazifiks herein. Man kann beim Ankern den Meeresgrund sehen und oft sind Delfine und Rochen hier zu beobachten. Auf der Insel kann man auch wandern und hat eine schöne Aussicht auf die Bay of Islands. Ein wirklich schöner Platz.
Belena alleine vor Roberton IslandDie Insel in der Bay of Islands mit den meisten Wanderwegen ist Urupukapuka Island. Dort waren wir ja angekommen, als wir von Whangarei hierher gesegelt sind. Auch dort hat das Wasser eine gute Qualität. Und nicht zu vergessen, Roberton Island oder Motuarohia Island, wie es auch heißt. Wenn man sich Fotos im Internet anschaut, könnte man fast meinen, das sei eine tropische Insel. Das ist die Insel, die am besten von den Touristenorten erreichbar ist und in der Hauptsaison knubbeln sich dort die Boote. Durch die vielen Ausflugsboote ist der Ankerplatz auch oft schwellig, aber zur Zeit ist da nix los. Wir genießen jetzt im Winter die Insel fast für uns alleine und gehen auch zum xten Mal auf den Aussichtspunkt. Immer wieder schön.
Das Wetter ist sehr durchwachsen. Manchmal ist es richtig mistikack, aber zwischendurch gibt es schöne, sonnige Tage. Die nutzen wir für Tagesausflüge. Im Puketi Wald in der Nähe von Kerikeri gibt es den Manginangina Kauri Walk, der zwar nicht sehr lang ist, aber dafür sehr lohnenswert. Hier gibt es einige sehr beeindruckende große Kauri-Bäume und auch viele Farne. Der Weg ist sehr schönKauri Bäumeangelegt, wie das meistens in Neuseeland ist. In der Beziehung haben sie echt was los. Bei diesem Ausflug haben wir auch ein neues, empfehlenswertes Restaurant kennen gelernt und zwar die Marsden Estate Winery. Schön gelegen, gutes Essen und guter Wein, was will man mehr?
guter WeinDen tollen Ausflug haben wir einem Freund zu verdanken. Benno hat ihm geholfen, seine Windanzeige wieder in Ordnung zu bringen. Dazu musste er einige Male auf dessen Mast klettern. Unser Freund ist 90 Jahre alt und noch sehr fit, aber nachdem er dieses Jahr selbst noch mal auf seinen Mast geklettert ist, hat er sich vorgenommen, dass das das letzte Mal war. Er hat eingesehen, dass man das mit 90 Jahren nicht mehr machen muss. :-))
Zwischen den Haruru Falls und Waitangi gibt es einen sehr schönen Wanderweg. Wir sind schon sowohl mit Auto und Dinghi bei den Haruru Falls gewesen und haben uns schon lange mal vorgenommen, diesen Weg zu gehen. Wir wollten den Weg aber nicht hin und zurück laufen, sondern nur eine Strecke. Deshalb sind wir von Paihia bis Haruru Falls getrampt. Benno war erst nicht sehr optimistisch, weil er befürchtet hatte, dass die Leute Angst vor Covid-19 hätten und niemanden mitnehmen. Weit gefehlt. Ja, die ersten 5 Autos haben nicht gehalten, aber dann kam ein Auto aus der Gegenrichtung, in die wir wollten und hat uns zu unserem Ziel gefahren. Ich meine, dass die Leute an uns vorbei gefahren sind und dann gedreht haben, um uns zu fragen, wo wir hin wollen. Benno meint, sie wären von vorneherein aus der Gegenrichtung gekommen und haben uns dann aufgegabelt. Wie auch immer. Das war richtig nett! Das Wetter war Klasse, sogar richtig warm, der Weg hat uns gut gefallen, also ein richtig toller Tag. Wir haben dann noch im Waitangi Cafe gegessen, was auch eine gute Adresse ist.
Haruru FallsHatte ich schon erwähnt, dass das Wetter manchmal richtig mistikack ist? Gegen die Kälte hilft unsere Dieselheizung und nachts auch Omas Wärmflasche. Die ist noch aus Kupfer und ist sogar morgens noch warm. Die niedrigste Temperatur, die wir bisherShitwetter angesagthatten, waren nachts 5 Grad. Aber unsere Dieselheizung hat es locker geschafft, dass Boot auf 23 Grad aufzuheizen. So lässt es sich aushalten. Wir müssen uns manchmal sogar vor richtig viel Wind verstecken und einmal haben wir uns sogar in die Opua Marina verzogen. Der Wetterbericht hatte im Norden von Northland sogar 93 Knoten vorhergesagt, was eine ganze Menge ist. In der Bay of Island sollte es dann mit 70 Knoten wehen, was auch nicht gerade wenig ist. Nicht schön. Also haben wir uns gedacht, dass wir in der Opua Marina besser aufgehoben sind und haben einen Platz dort reserviert. Die Marina in Opua möchte, dass man mit einem sauberen Unterwasserschiff dort eincheckt. Wir haben zwar in Whangarei alles fein sauber gehabt, aber immerhin waren wir vor dem Marinabesuch schon einige Wochen in der Bay of Islands. Und die ist bekannt dafür, dass das Unterwasserschiff schneller bewächst, als man gucken kann. Benno ist extra ins Wasser gegangen, um eventuellen Bewuchs abzuschaben. Und das bei 13 Grad Wassertemperatur. Was für ein Held! Ok, er hatte Neopren an, aber es war trotzdem kalt, doch der Bewuchs war minimal. Nur ein leichter Schleim, den man leicht wegwischen konnte.
Das Wetter war dann doch nicht so übel wie vorhergesagt, aber ein paar Tage in der Marina waren doch nicht so schlecht. Mal sehen, was der Juli bringt.

Ende Mai 2022 Bay of Islands
Nun, nachdem wir aus der Halle mussten, hat es leider fast vier Wochen gedauert, bis Belena wieder ins Wasser kam. Aber das Wetter hat einfach nicht mit gespielt. Das war ja zu erwarten, denn das Wetter war eigentlich für diese Zeit des Jahres in Whangarei normal. Ich glaube, ich habe schon öfter erwähnt, dass Whangarei von den Einheimischen als WhangaRAIN bezeichnet wird. Aber irgendwann waren die Arbeiten erledigt und die neuen Belena kommt ins WasserSegel sind auch angeliefert worden und haben gut gepasst. Auch den Test beim Segeln haben sie mit Bravour bestanden und wir sind zufrieden mit der Arbeit des Segelmachers, Phil von UK Sails.
Es war also schon Mitte Mai, als es dann endlich soweit war, dass Belena nach vier arbeitsreichen Monaten wieder ins Wasser kam. Juhu!!!! Wir haben einen schönen, sonnigen Tag erwischt und die Norsand Leute haben wie immer einen guten Job gemacht.
Dann sind wir erstmal zu Limestone Island gefahren, etwa eine halbe Stunde von Norsand entfernt, und haben uns dort erholt. Einfach mal nix gemacht. NurRegatta bei Limestone Island ausschlafen und relaxen. Das Wetter war schön und am Sonntag hat der örtliche Segelclub eine Regatta veranstaltet. Wir haben zugeschaut, wie etwa 20 Boote vor unseren Augen immer wieder Wenden gefahren sind. Der Hatea River hat zwar bei Limestone Island eine ziemlich starke Biegung und das Flussbett ist an dieser Stelle breiter als sonst, aber so richtig viel Platz zum Segeln ist eigentlich nicht. Aber es scheint den Teilnehmern der Regatta Spaß gemacht zu haben.letzter Blick in die Urquartsbay Kurzfristig hatten wir uns überlegt, dass wir uns auch noch eine neue Kuchenbude leisten wollen und wir haben Ronnie von Undercover Canvas dazu den Auftrag gegeben. Da wir den Auftrag so kurzfristig erteilt hatten, war Ronnie mit den Arbeiten noch nicht fertig, als Belena wieder ins Wasser kam. Nachdem wir ein paar schöne Tage vor Limestone Island verbracht hatten, sind wir dann wieder zurück bis kurz vor Whangarei gefahren um das fertige Produkt in Empfang zu nehmen. Ronnie hat gute Arbeit abgeliefert und wir sind zufrieden. Aber wir haben nundie neuen Segel in Aktiongenug Zeit in Whangarei verbracht. Wir verabschieden uns von unseren Freunden, machen nochmal einen größeren Einkauf in der Stadt und nach einem Zwischenstopp in der Parua Bay und einem Besuch in der Parua Bay Tavern mit leckerer Pizza fahren wir zum vorläufig letzten Mal in die Urquartsbay. Diesmal aber nur für einen kurzen Ankerstopp, denn die Jakobsmuschel-Saison ist vorbei. Mit gutem Wind segeln wir in die Bay of Islands und kehren Whangarei und Umgebung erstmal den Rücken. Wer weiß, für wie lange.
Weiter im Norden ist das Wetter oft besser als in Whangarei und wir bilden uns ein, dass es in der Bay of Islands auch wärmer ist. Generell ist das Wetter noch gar nicht so schlecht, obwohl es Mitte Mai nachts gelegentlich 6 Grad hatte. Als wir noch an Land waren, lief das elektrische Heizöfchen ununterbrochen, doch nachdem Belena wieder im Wasser war, ging das natürlich nicht mehr. Also haben wir unsere mobile Dieselheizung heraus gekramt und die heizt auch ganz ordentlich. Es hatSonnenuntergang bei Paihiaoft noch sonnige Tage, aber es gibt auch gelegentlich Regen. An den schönen Tagen ist es tagsüber sonnig, wenn auch nicht mehr so warm. Die Temperatur steigt meistens bis zu 20 Grad und oft auch darüber. Und ganz so häufig haben wir unsere Heizung auch nicht gebraucht, aber es ist gut, eine zu haben und sie benutzen zu können, wenn nötig.
Eigentlich hatten wir ja keine Eile und wollten unterwegs von der Urquartsbay bis in die Bay of Islands noch ein paar Stopps machen. Aber das Wetterfenster war zu kurz und wir haben uns dann doch entschlossen, in einem Rutsch bis Urupukapuka durch zu segeln. Hätten wir Pause gemacht, hätten wir wieder auf ein Wetterfenster warten müssen und das wollten wir dann doch nicht. Urupukapuka ist eine herrliche Insel und jetzt im Herbst hatten wir den Ankerplatz in der Urupukapuka Bay fast für uns alleine. Wir sind aber bald nach Paihia gesegelt, denn wir wollten dort noch jemanden treffen. Wir haben einige Freude in dieser Gegend und Kathy und Richard hatten wir bisher noch nicht auf ihrem neu erworbenen Grundstück mit neu gebautem Haus besucht. Die beiden wollen jetzt ihren Katamaran verkaufen und hatten leider großes Pech, als sie ihr Boot in Opua an Land stellen wollten. Die Werft hat das Boot nicht an den richtigen Stellen angehoben und dadurch schwer beschädigt. Die Opua Marina hat schon mal einen Katamaran beim Herausholen aus dem Wasser schwer beschädigt und man hätte hoffen können, dass sie aus den Fehlern gelernt haben, war aber leider nicht so. Was sind wir froh, dass Norsand so einen tollen Job macht.
Übrigens, was das Schwimmen in schönem, klaren Wasser betrifft, da müssen wir noch ein bisschen warten. Hier in Neuseeland ist das Meer meistens sehr trüb. Es ist sehr selten, dass man so klares Wasser hat, dass man bis auf den Meeresgrund sehen kann. Aber wir sind froh, dass Belena nun wieder schwimmt und der Rest wird sich finden.

Ende April 2022 Whangarei
Leider können wir immer noch nicht von "sun and fun" berichten und von segeln - tauchen - relaxen sind wir auch noch weit entfernt. Aber wir kommen dem Ziel näher, denn immerhin ist Belena am Ostersamstag wieder aus der Lackierhalle gekommen. Die Zeit bis dahin war allerdings extrem stressig. Wir haben ja wochenlang auf den Termin gewartet, damit Belena in die Halle kommt und wir haben die Arbeiten dann doch sehr zügig erledigen können. Trotz der im vorigen Bericht erwähnten Verzögerungen, für die wir nicht verantwortlich waren, hat es Benno mit extremen Arbeitseinsatz geschafft, dassUnterwasserschiff ist fertig wir im angepeilten Zeitplneue Fluchtluke eingebautan waren.
Aber dann wurden uns massiv Knüppel zwischen die Beine geworfen. Wir hatten eigentlich geplant, noch diverse wetterabhängige Arbeiten in der Halle auszuführen, aber die Werftleitung hat entschieden, dass Belena statt Ende April schon Mitte April aus der Halle musste. Wir haben unser Unterwasserschiff noch in der Halle fertig bekommen, aber es war zeitlich nicht mehr drin, dass wir noch wie geplant, unseren Decksbelag erneuern konnten. Auch die Püttinge mussten wir später im Freien in Regenpausen anbringen, was auch in der Halle einfacher gewesen wäre. Zum Glück hat es Benno
 noch geschafft, dass zumindest eine unserer FluchBelena wieder aus der Halletluken eingesetzt werden konnte, was bei Regenwetter auch mit sehr viel mehr Aufwand verbunden gewesen wäre.

Und Regen hatten wir an Ostern reichlich. Am Ostersamstag, nachdem Belena aus der Halle kam, sind wir gleich von der Catana wieder auf Belena gezogen. Das war auch gut so, denn am Sonntag fing es an zu regnen und hörte bis auf wenige Pausen die ganze Woche nicht mehr auf. Nicht schön!
Aber im Boot hatten wir auch noch genug Arbeit, also Langeweile kam nicht in Sicht.
Benno war mehrere Tage in den Motorenräumen verschwunden um die neuen Wellen an die Motoren anzuschließen. Die Propeller mussten wieder angebaut werden und an der Ruderanlage waren auch noch diverse Arbeiten fällig.
Ein großer Fortschritt war, als der Mast wieder an Ort und Stelle gesetzt wurde. Die Zusammenarbeit mit der Kranfirma und dem Rigger erscheint uns ziemlich gut. Der Rigger und der Kranführer verständigen sich nur mit Handzeichen und alles geht in Ruhe und ohne Hektik vonstatten. So mögen wir das. Die Aktion vom Mastlegen hatte nur eine halbe Stunde gedauert, aber das Stellen des Mastes hat eine volle Stunde gedauert. Allerdings war der Mast danach nur gesichert, dass er nicht mehr umfallen kann. Benno hatte dann noch viel Arbeit, um alles endgültig zu fixieren.
Wir haben Belena auch neue Segel gegönnt und die werden vom Sailmaker Anfang Mai angeliefert. Wir hoffen sehr, die neue Uhr in Whangareidass das alles passt und wir keine Reklamationen anmelden müssen. Aber der Segelmacher hat einen guten Ruf und wir hoffen mal das Beste.
Sonst gibt es nicht viel Neues, außer das Whangarei eine neue Attraktion hat. Eine große Uhr, die aus rollenden Bällen bestehen. Eine interessante Sache, doch seht selbst: https://rollingballclock.co.nz/
Wettermäßig ist es so naja. Viel Regen, aber noch nicht so kalt. Aber da Belena ja nun nicht mehr in der Halle steht, sind wir vom Wetter abhängig.:-((
Wenn alles so gelaufen wäre, wie wir uns das vorgestellt haben, dann hätte Belena schon ins Wasser gekonnt, nachdem der Mast oben war. Aber wir müssen zumindest einige Arbeiten noch an Land machen und da müssen wir eben auf trockenes Wetter warten. Jedenfalls wird uns der vorzeitige Auszug aus der Lackierhalle mindestens zwei zusätzliche Wochen hier bei Norsand bescheren, worüber wir nicht sehr glücklich sind um es mal vorsichtig auszudrücken.
Aber irgendwann wird Belena auch wieder in schönem, klaren Wasser schwimmen und dieses Bild ist vor unseren Augen, so wie der Esel immer der Möhre hinterher hechtet, die vor seiner Schnauze hängt. Aber natürlich hoffen wir, dass wir doch noch die Möhre zu fassen kriegen :-)))))

Ende März 2022 Whangarei
So wie schon vermutet, wurde der Termin am 7. März nicht eingehalten. Hätte mich auch überrascht, wenn es so gewesen wäre. Es hat noch zwei Wochen gedauert, bis Belena am Montag Nachmittag in die Lackierhalle gekommen ist und wir sind gleich umgezogen in unser neues, zeitweiliges Belena in der LackierhalleDomizil. Aus versicherungstechnischen Gründen dürfen wir nämlich nicht auf Belena wohnen, solange das Boot in der Halle steht. Und außerdem ist das auch kein schönerOrt um sich dort aufzuhalten. Es ist dort sehr staubig und was da so in der Luft rumwirbelt, ist nicht gerade gesundheitsfördernd. Freundlicherweise haben uns Freunde, die zur Zeit nicht zurück auf ihr Boot können, ihren Katamaran zur Verfügung gestellt. Eine schöne, 48 Fuß lange Catana. Ein Bootstyp, mit dem wir auch mal geliebäugelt hatten, ehe wir uns zum Bau von Belena entschieden haben. Benno hat als Co-Skipper einige Törns mit so einem Bootstyp gemacht, unter anderem auch einen Transatlantiktörn in die Karibik. Und Urlaub haben wir auch in der Vergangenheit mehrfach auf einer Catana gemacht, also ist uns das Boot recht vertraut. Da die Eigner schon seit zwei Jahren nicht nach Neuseeland einreisen können, hat die Boatyard das Boot umgeparkt. Es steht jetzt aunser neues Domiziluf einem Teil des Geländes, welcher etwas abseits des geschäftigen Bereiches liegt. Hier ist gibt es so gut wie keinen Arbeitslärm, wesentlich weniger Staub in der Luft und eine schöne Aussicht über den Hatea River haben wir auch.
Nachdem Belena endlich in der Halle war, haben Benno und Peter den Rumpf geschliffen, als Vorbereitung für den Neuaufbau, das sogenannte re-glassing. Sie haben so richtig mit der Arbeit Gas gegeben, damit am nächsten Tag weiter gearbeitet werden kann. Aber da hat uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Es hat in dieser Woche sehr viel geregnet und die Luftfeuchtigkeit war für diese Arbeit viel zu hoch. Kann man nix machen.
Ansonsten haben wir aber meistens noch sehr schönes Wetter. Morgens kann es zwar schon etwas frisch sein und Socken und Leggings sind erstmal angesagt. Unsere Fleece-Sachen haben wir bisher nicht benötigt und die sind noch gut verpackt auf Belena. Mittags ist es dann wieder schön warm und das Thermometer klettert weit über 20° C. So kann das Wetter gerne noch eine Weile bleiben. Ich düse auch nach wie vor jeden Tag mit dem Fahrrad in die Stadt, jedenfalls an den Tagen, an denen es nicht regnet.
Aber untätig war Benno deshalb in dieser Woche noch lange nicht. Er hat die Zeit in der Halle ausgenutzt, um doch noch den Anti-Slip Belag an einigen Stellen mit schönem Ausblickaufzubringen. Er wollte das eigentlich später machen, doch diese Arbeit ist eben in der Halle günstiger, weil es dort morgens keinen Tau auf dem Deck gibt. Die Backbord-Heckstufen sind jetzt komplett fertig und das Deck ist auch schon vorbereitet für den Anti-Slip-Belag.
Dann gab es eine weitere Verzögerung, denn plötzlich waren sieben Mitarbeiter der Boatyard an Covid19 erkrankt, so wie es hier bezeichnet wird. Alle "geimpft" wie die meisten Neuseeländer. Also hat Benno den Job alleine mit Peter gemacht. Das war ganz schön anstrengend.
Mittlerweile sind die Glasfasermatten auf den Rumpf aufgebracht. Man muss sich diese Arbeit wie Tapezieren vorstellen, statt Kleister wird eben mit Epoxy gearbeitet und statt Tapete kommt die Glasfasermatte drauf, die dann aber nochmal mit Epoxy eingepinselt wird. Allerdings ist dieses Zeug extrem giftig und man muss mit Maske arbeiten.bei der Arbeit Allerdings mit einer Maske, die auch was taugt. Keine tolle Arbeit. Das Schleifen, was anschließend gemacht werden muss, ist auch keine schöne Arbeit und das musste Benno leider auch alleine machen, weil keine Arbeiter dafür frei waren. So hatten wir uns das eigentlich nicht vorgestellt, aber ist nun nicht mehr zu ändern.
Unsere neuen Wellen sind in der Zwischenzeit angekommen und Benno hatte diese noch eingebaut, ehe Belena in die Halle kam.
Ansonsten gibt es nichts Neues zu erzählen. Arbeit, Arbeit und noch mehr Arbeit. Nix mit "sun and fun". Aber gelegentlich treffen wir uns mit anderen Seglern zum Potluck oder haben liebe Gäste bei uns an Bord. In einem Restaurant essen waren wir immer noch nicht, weil Benno sich am Liebsten an Bord bekochen lässt. Er ist abends einfach nicht in der Stimmung um noch weg zu fahren. Mittlerweile gibt es gegen die Corona-Maßnahmen auch in Whangarei Proteste und ich habe mich kürzlich mit ein paar Leuten auf der Straße unterhalten. Übrigens Normalbürger wie sonst wo auch. Die haben mir noch namentlich einige Restaurants genannt, die sich trotz Verbots der Regierung nicht an die Diskriminierung halten und jeden willkommen heißen. Mal sehen, vielleicht schaffen wir es mal im April essen zu gehen, denn die meisten dieser Restaurants kennen wir und die haben eine gute Küche.
Wir hoffen jetzt, dass sich die Arbeiten nicht noch weiter verzögern und Belena spätestens Ende April aus der Halle kommt und wir wieder auf unser Boot umziehen können. Drückt uns die Daumen, dass das so klappt.
Die Welt sieht zur Zeit sicher nicht so aus, wie wir uns das wünschen, aber Ostern steht vor der Tür und wir wünschen Euch allen, dass Ihr trotz alledem diese Zeit mit Eurer Familie und/oder Freunden genießen könnt.

Ende Februar 2022 Whangarei
Dieser Eintrag ist eigentlich nur was für Leute, die sich für Bootsprobleme interessieren. Denn sonst gibt es nicht so viel zu berichten. Wir haben soErinnerung an Martingut wie keine Ausflüge gemacht, wenn man mal von gelegentlichen Fahrradtouren absieht. Ansonsten hat sich im Februar leider nur ein Ereignis als herausragend erwiesen und das war die Trauerfeier für Martin, man nannte es hier "Celebration of Martin's life" und viele Freunde von Martin und seiner Lebensgefährtin haben sich getroffen um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Benno hatte Martin und Renate täglich auf dem Seefunknetz auf ihrem Trip von Tahiti nach Neuseeland begleitet. Wobei er fast nur mit Renate gesprochen hat. Wir haben dann später erfahren, dass Martin schon vor der Abfahrt in Tahiti gesundheitliche Probleme hatte, aber er hatte gehofft, dass es durch Medikamente besser wird.
Ich zitiere aus seinem Blog: "Nach einigen Tests und Telefonaten bei verschiedenen Neurologen auf Tahiti lautete die Diagnose: partielle Gesichtslähmung als Nebenwirkung der Covid-19-Impfung. Auch bekannt als Bell-Palsey, ist es eine seltene, aber bekannte Nebenwirkung des Impfstoffs." (https://sailingtaiko.blogspot.com/2021/) Sie sind los gesegelt, nachdem die Symptome sich so weit gebessert hatten, dass sie die Überfahrt in Angriff genommen haben. Wäre das nicht so gewesen, dann hätten sie nicht diese sehr lange Seereise angetreten. Aber zwei Tage vor Ankunft in Neuseeland ging es ihm sehr schlecht und bei Ankunft in Neuseeland musste er mit dem Hubschrauber abgeborgen werden. Er ist dann etwa sechs Wochen danach an einem Gehirntumor gestorben. Die Ärzte hier in Neuseeland haben jeden Zusammenhang mit der Covid-"Impfung" abgestritten, aber Renate und Martin waren sich da nicht so sicher. Diese Trauerfeier war sehr ergreifend und berührend und eine Gelegenheit für Martins Freunde ihm ein letztes Farewell mit auf seinen letzten Weg zu geben.
Ich hatte ja angekündigt, dass ich über die Fortschritte hier auf der Boatyard berichte. Erstmal das Positive: der Mast ist fertig lackiert und Benno hat auch schon fast alle Beschläge wieder montiert und diverse Verbesserungen vorgenommen. Der Mast ist nun fast so weit fertig um wieder auf seinen Platz gestellt zu werden. Aber bis dahin wirdder Mast ist lackiert und die Beschläge sind wieder drannoch viel, viel Zeit vergehen, denn da sind vorher noch diverse andere Arbeiten zu erledigen.
Eine Arbeit, die auch schon zum größten Teil erledigt ist, sind die Heckstufen. Wir hatten auf den Stufen ursprünglich Seacork und wir waren auch lange damit zufrieden. Aber dann hat sich herausgestellt, dass das Fugenmaterial nicht uv-resistent war. Man hatte dann jedes Mal schwarze Füße ,wenn man drauf gestiegen ist. Also runter mit dem Zeug. Als Nächstes kam etwas ähnlich aussehendes aus China. Sollte ewig halten. Hat aber der tropischen Sonne nicht standgehalten. Also weg damit. Nun sind wir der Meinung, dass wir diese Stufen einfach lackieren und anschließend mit Anti-Slip-Paint Arbeiten an den Heckstufenbehandeln. Aber vorher muss eine schöne, glatte Oberfläche geschaffen werden. Nun, muss nicht unbedingt, aber wir möchten es so. Also schleifen und spachteln und schleifen und spachteln und ...... Damit sind wir jetzt fertig und der erste Lack ist auch schon drauf. Jetzt fehlt nur noch der Anti-Slip-Belag, aber das machen wir kurz bevor das Boot wieder ins Wasser kommt. Wir werden sehen, wie das Ergebnis nach ein paar Jahren ist.
Dann gab es ein Problem mit den Wellen, denn wir hatten dort Korrosion, was eigentlich nicht hätte sein dürfen. Bukh Bremen hat uns 2003 doch tatsächlich die Wellen aus dem falschen Material verkauft. Statt Duplexstahl, der seewasserbeständiger ist, hat man uns Wellen aus einem minderwertigeren Edelstahl verkauft. Wir hatten das damals nicht überprüft, weil es uns überhaupt nicht in den Sinn kam, dass man uns da was Falsches geliefert haben könnte. Benno hatte ziemlich viel Arbeit, die alten Wellen auszubauen, denn dazu muss man bei uns die Ruder entfernen. Und da Belena nicht im Wasser ist, war das schwierig. Wie immer, hat Benno hier eine Lösung gefunden und hat ein Loch in den Boden gegraben, konnte so die Ruder absenken und die Wellen ausbauen. Wir wollten erst hier neue Wellen bestellen, doch der Durchmesser unserer Wellen ist 30 mm. Das gibt es hier nicht. Die haben hier nureines unserer Pukekosdas imperialistische Maß, was einem Durchmesser von 31,75 mm entspricht. Also haben wir die Wellen bei SVB in Bremen bestellt. Wir sind dort schon seit 2003 Kunde und können diese Firma nur empfehlen. Gute, kompetente Beratung und die Preise sind auch ok. Die neuen Wellen waren schon nach knapp einer Woche in Neuseeland, aber die Abwicklung vom Zoll in Auckland hat gedauert und gedauert. Sie sind immer noch nicht bei uns angeliefert worden, aber wir bleiben optimistisch, dass wir sie bald bekommen.
Dann haben wir noch ein dickes Problem mit dem Backbordrumpf. Als wir aus dem Wasser kamen, haben wir festgestellt, dass sich Blasen gebildet haben. Nein, es ist keine Osmose, aber im Endergebnis spielt das auch keine Rolle. Wir hatten ja schon mal 2016 in New Cal den Backbordrumpf abschleifen lassen und neu aufbauen lassen, weil auch da Blasen aufgetaucht waren, die zwei unabhängige Experten für Osmose gehalten haben. Aber es war keine Osmose, wie wir heute wissen. Aber bei dem Neuaufbau ist offensichtlich was schief gelaufen. Näher will ich hier nicht ins Detail gehen. Leider mussten wir hier viel Lehrgeld bezahlen. Jedenfalls hat sich herausgestellt, dass wir die ganze Schei.... hier wieder machen müssen. Rumpf abschleifen, neu aufbauen und dann Coppercoat aufbringen. Zum Glück nur auf der Backbordseite. Aber mit Peter haben wir diesmal hoffentlich jemanden gefunden, der kompetent ist. Jedenfalls hat er einen guten Ruf. Wir kennen Peter übrigens schon seit einigen Jahren, denn er hat ein altes Whitbread-Race-Boot in desolatem Zustand gekauft und selbst in Stand gesetzt und lebt jetzt mit seiner Familie auf dem Boot. Wir haben ihn das erste Mal getroffen, als er dieses Boot auf der Norsand Boatyard vor ein paar Jahren in Stand gesetzt hat. Wer sich dafür interessiert: https://www.camarasailing.com/blog
Jedenfalls hat er dort einen Mordsjob gemacht und wir hoffen natürlich, dass es bei uns auch gut läuft. Wir müssen für diese Arbeiten in die Lackierhalle, denn die Außenbedingungen sind für die geplanten Arbeiten nicht günstig. Allerdings hinken wir dem Plan sehr hinterher. Erst hieß es, dass wir Mitte Februar in die Halle können, dann war von Ende Februar die Rede und nun wurde uns der 7. März als Termin zugesagt. Aber ich glaube es erst, wenn wir in der Halle sind. Also wie so oft: wait and see.

Ende Janunar 2022 Whangarei
Nun ist schon wieder ein neues Jahr angebrochen und seit dem letzten Logbucheintrag ist etwa ein Monat vergangen. Aber es kommt uns wesentlich länger vor. Viel länger. Mindestens zwei Monate oder mehr. Wir haben das Gefühl, dass die Zeit rasend schnell vorbei geht.
Ich will erst noch berichten, wie es uns in den letzten Tagen im alten Jahr ergangen ist. Vor Weihnachten ankerten wir noch vor Whangarei und hatten vor, mit Freunden die Weihnachtstage zu verbringen. Leider hatten unser Freunde kurz vorher einen sehr engen Freund verloren, nachdem er sich die Corona-Spritze hat geben lassen. Natürlich waren unsere Freunde dann sehr traurig und hatten dann keine Lust auf Weihnachtsfeier. Können wir gut verstehen. Also sind wir kurz vor Weihnachten wieder in die Urquhartsbay gefahren und haben dort die letzten Tage im Jahr verbracht.
In der Weihnachtszeit haben wir öfter mal grünen Spargel gegessen und in der Urquhartsbay haben wir natürlich in Jakobsmuscheln geschwelgt. Benno ist fast jeden Tag ins Wasser und hat dann immer welche mit hoch gebracht. Als Weihnachtsmenu gab es Seafood-Pizza mit vielen Jakobsmuscheln und aucauf Limestone Islandh Prawns. Die Umgebung in dieser Bucht ist sehr schön, wenn man nicht gerade auf die Seite guckt, wo die Ölraffinerie ist. Wenn der Wind blöd steht, stinkt es gewaltig, aber wir hatten Glück und es hat nicht aus dieser Richtung geblasen. Neben schwimmen und tauchen haben wir auBelena kommt an Landch Spaziergänge an Land gemacht und ansonsten haben wir einfach nur relaxt und es uns gut gehen lassen.
Silvester haben wir auch alleine verbracht, aber wir waren doch sehr überrascht, dass es in der Urquhartsbay überall kleine Feuerwerke gab. Nix spektakuläres, aber doch ganz nett. Wir haben sogar bis Mitternacht durchgehalten und das neue Jahr gebührend mit Sekt begrüßt. Und Dinner for one durfte auch nicht fehlen.
Am 10. Januar hatten wir den Termin um Belena an Land zu stellen und wir blieben so lange wie möglich in der Urquhartsbay. Erst einen Tag vorher fahren wir schon mal ein Stück den Hatea River rauf und ankern bei Limestone Island. Ein schönes Inselchen, sogar mit Geschichte und vielen angelegten Wanderwegen. Absolut sehenswert.
Blick von unserem StandplatzAm Montag um zwei Uhr, bei Hochwasser wurde Belena dann bei Norsand Boatyard aus dem Wasser gehoben. Das ganze lief wie immer sehr professionell ab und der Blutdruck hat sich bei uns nicht erhöht. Es ist ja auch schon das dritte Mal, dass Belena hier an Land kommt und wir wissen, dass Kevin und David einen guten Job machen.
Kaum stand das Boot an Land, bin ich auch schon gleich mit dem Fahrrad in die Stadt gedüst. Die Vorräte waren doch schon etwas dezimiert und ich habe mich auch gefreut, wieder mit dem Fahrrad unterwegs zu sein. Wir haben auch einen schönen Standplatz bekommen mit Blick auf den Fluss und bunte Blumen. Eine Pukeho-Famile wohnt auch da und sie haben gerade Nachwuchs. Wäre es nicht eine Boatyard, dann wäre es fast idyllisch.
Nun sind wir also wieder im Arbeitslager, aber wir lassen es uns trotzdem gut gehen. Das Wetter ist schön und ich fahre fast täglich mit dem Rder Mast wird gelegtad in die Stadt. Wir genießen immer noch die Erdbeeren und das sonstige lokale Gemüse und die leckeren Früchte wie Pfirsiche und Kirschen und vieles mehr.
Wir haben einiges an Arbeitspensum und das meiste ist schon in Angriff genommen worden. Der Mast wurde ziemlich bald gelegt, denn nach fast 17 Jahren war das mal fällig. Benno will einige Schwachstellen ausmerzen, das ein oder Andere verbessern und er wird neu lackiert. Wann wir mit den ganzen Arbeiten fertig sein werden, steht noch in den Sternen. Aber es geht uns gut hier. Unsere Befürchtungen, dass wir zu sehr einschränkt werden durch die Zwei-Klassen-Gesellschaft, wie sie die Premierministerin wünscht, haben sich bisher noch nicht bewahrheitet. Im Gegenteil, fast jeder, mit dem wir sprechen, hat zu den Maßnahmen der Regierung eine kritische Einstellung. Auch auf Norsand Boatyard ist die Lage sehr entspannt. Und in der Stadt auch. In den Supermärkten ist zwar Maskenpflicht, aber wenn man keine trägt, ist es auch gut. Ich war auch schon beim Frisör, bei der Pediküre und im Bauchtanzkurs, wo überall Schilder hängen, dass man nur mit Vax-Pass reinkommt. Aber viele Besitzer von solchen Geschäften interessiert das nicht die Bohne und somit ist die einzige Einschränkung, dass wir bisher noch nicht im Restaurant waren. Aber Benno schmeckt es sowieso an Bord am Besten und ein Bekannter hat uns erzählt, dass auch viele Restaurant sich nicht um diese Maßnahmen scheren. Hier bei Norsand gibt es Aufenthaltsräume und einen großen Grill, den die Segler benutzen dürfen, wenn die Arbeiter der Boatyard Feierabend haben. Das nutzen wir gerne, denn wir haben hier eine nette internationale Gruppe und wir treffen uns einmal die Woche zum Potluck, wobei der Grill natürlich auch meistens genutzt wird.
Mitte Januar gab es dicht bei Tonga einen gewaltigen Vulkanausbruch. Der Knall soll sehr weit zu hören gewesen sein und als Folge gab es einen abgesoffen in der Tutukaka MarinaTsunami, der auch die Küste von Neuseeland getroffen hat. Letztes Jahr im März gab es wegen einem Erdbeben bei den Kermadecs eine Tsunamiwarnung, die jeder mit einem schrillenden Alarmton auf sein Handy bekommen hat. Damals waren wir in der Bay of Islands und fast jedes Boot dort ist ins tiefe Wasser gefahren, aber wir haben von einer Welle überhaupt nichts gemerkt. Diesmal gab es keine Warnung, aber dafür erhebliche Schäden. Das lag sicher auch daran, dass zusätzlich zu der Tsunamiwelle auch noch die Wellen dazu kamen, die durch den Ausläufer des Zyklons Cody verursacht wurden. Aber uns ist nichts passiert, weil wir erstens hoch und trocken an Land waren. Außerdem liegt die Norsand Boatyard am Hatea River, der ganz schön weit ins Landesinnere geht. Also kein Problem für uns. Aber die Marina in Tutukaka, die Luftlinie gar nicht so weit von uns entfernt liegt, hat es bös erwischt. Viele Boote sind gesunken, noch mehr sind beschädigt und auch viele Stege der Marina sind zerstört.
Vielen Dank auch nochmal an dieser Stelle für die vielen Anfragen, ob wir von der Tsunamiwelle betroffen waren und ob es uns gut geht.
Wir werden also weiter vor uns hin wurschteln und beim nächsten Logbucheintrag Ende Februar, kann ich sicher schon mehr berichten, was denn von den vielen Arbeiten schon erledigt ist oder welche Fortschritte es gab.