Logbuch 2022


Ende April 2022 Whangarei
Leider können wir immer noch nicht von "sun and fun" berichten und von segeln - tauchen - relaxen sind wir auch noch weit entfernt. Aber wir kommen dem Ziel näher, denn immerhin ist Belena am Ostersamstag wieder aus der Lackierhalle gekommen. Die Zeit bis dahin war allerdings extrem stressig. Wir haben ja wochenlang auf den Termin gewartet, damit Belena in die Halle kommt und wir haben die Arbeiten dann doch sehr zügig erledigen können. Trotz der im vorigen Bericht erwähnten Verzögerungen, für die wir nicht verantwortlich waren, hat es Benno mit extremen Arbeitseinsatz geschafft, dassUnterwasserschiff ist fertig wir im angepeilten Zeitplneue Fluchtluke eingebautan waren.
Aber dann wurden uns massiv Knüppel zwischen die Beine geworfen. Wir hatten eigentlich geplant noch diverse wetterabhängige Arbeiten in der Halle auszuführen, aber die Werftleitung hat entschieden, dass Belena statt Ende April schon Mitte April aus der Hallo musste. Wir haben unser Unterwasserschiff noch in der Halle fertig bekommen, aber es war zeitlich nicht mehr drin, dass wir noch wie geplant, unseren Decksbelag erneuern konnten. Auch die Püttinge mussten wir später im Freien in Regenpausen anbringen, was auch in der Halle einfacher gewesen wäre. Zum Glück hat es Benno
 noch geschafft, dass zumindest eine unserer FluchBelena wieder aus der Halletluken eingesetzt werden konnte, was bei Regenwetter auch mit sehr viel mehr Aufwand verbunden gewesen wäre.

Und Regen hatten wir an Ostern reichlich. Am Ostersamstag, nachdem Belena aus der Halle kam, sind wir gleich von der Catana wieder auf Belena gezogen. Das war auch gut so, denn am Sonntag fing es an zu regnen und hörte bis auf wenige Pausen die ganze Woche nicht mehr auf. Nicht schön!
Aber im Boot hatten wir auch noch genug Arbeit, also Langeweile kam nicht in Sicht.
Benno war mehrere Tage in den Motorenräumen verschwunden um die neuen Wellen an die Motoren anzuschließen. Die Propeller mussten wieder angebaut werden und an der Ruderanlage waren auch noch diverse Arbeiten fällig.
Ein großer Fortschritt war, als der Mast wieder an Ort und Stelle gesetzt wurde. Die Zusammenarbeit mit der Kranfirma und dem Rigger erscheint uns ziemlich gut. Der Rigger und der Kranführer verständigen sich nur mit Handzeichen und alles geht in Ruhe und ohne Hektik vonstatten. So mögen wir das. Die Aktion vom Mastlegen hatte nur eine halbe Stunde gedauert, aber das Stellen des Mastes hat eine volle Stunde gedauert. Allerdings war der Mast danach nur gesichert, dass er nicht mehr umfallen kann. Benno hatte dann noch viel Arbeit, um alles endgültig zu fixieren.
Wir haben Belena auch neue Segel gegönnt und die werden vom Sailmaker Anfang Mai angeliefert. Wir hoffen sehr, die neue Uhr in Whangareidass das alles passt und wir keine Reklamationen anmelden müssen. Aber der Segelmacher hat einen guten Ruf und wir hoffen mal das Beste.
Sonst gibt es nicht viel Neues, außer das Whangarei eine neue Attraktion hat. Eine große Uhr, die aus rollenden Bällen bestehen. Eine interessante Sache, doch seht selbst: https://rollingballclock.co.nz/
Wettermäßig ist es so naja. Viel Regen, aber noch nicht so kalt. Aber da Belena ja nun nicht mehr in der Halle steht, sind wir vom Wetter abhängig.:-((
Wenn alles so gelaufen wäre, wie wir uns das vorgestellt haben, dann hätte Belena schon ins Wasser gekonnt, nachdem der Mast oben war. Aber wir müssen zumindest einige Arbeiten noch an Land machen und da müssen wir eben auf trockenes Wetter warten. Jedenfalls wird uns der vorzeitige Auszug aus der Lackierhalle mindestens zwei zusätzliche Wochen hier bei Norsand bescheren, worüber wir nicht sehr glücklich sind um es mal vorsichtig auszudrücken.
Aber irgendwann wird Belena auch wieder in schönem, klaren Wasser schwimmen und dieses Bild ist vor unseren Augen, so wie der Esel immer der Möhre hinterher hechtet, die vor seiner Schnauze hängt. Aber natürlich hoffen wir, dass wir doch noch die Möhre zu fassen kriegen :-)))))

Ende März 2022 Whangarei
So wie schon vermutet, wurde der Termin am 7. März nicht eingehalten. Hätte mich auch überrascht, wenn es so gewesen wäre. Es hat noch zwei Wochen gedauert, bis Belena am Montag Nachmittag in die Lackierhalle gekommen ist und wir sind gleich umgezogen in unser neues, zeitweiliges Belena in der LackierhalleDomizil. Aus versicherungstechnischen Gründen dürfen wir nämlich nicht auf Belena wohnen, solange das Boot in der Halle steht. Und außerdem ist das auch kein schönerOrt um sich dort aufzuhalten. Es ist dort sehr staubig und was da so in der Luft rumwirbelt, ist nicht gerade gesundheitsfördernd. Freundlicherweise haben uns Freunde, die zur Zeit nicht zurück auf ihr Boot können, ihren Katamaran zur Verfügung gestellt. Eine schöne, 48 Fuß lange Catana. Ein Bootstyp, mit dem wir auch mal geliebäugelt hatten, ehe wir uns zum Bau von Belena entschieden haben. Benno hat als Co-Skipper einige Törns mit so einem Bootstyp gemacht, unter anderem auch einen Transatlantiktörn in die Karibik. Und Urlaub haben wir auch in der Vergangenheit mehrfach auf einer Catana gemacht, also ist uns das Boot recht vertraut. Da die Eigner schon seit zwei Jahren nicht nach Neuseeland einreisen können, hat die Boatyard das Boot umgeparkt. Es steht jetzt aunser neues Domiziluf einem Teil des Geländes, welcher etwas abseits des geschäftigen Bereiches liegt. Hier ist gibt es so gut wie keinen Arbeitslärm, wesentlich weniger Staub in der Luft und eine schöne Aussicht über den Hatea River haben wir auch.
Nachdem Belena endlich in der Halle war, haben Benno und Peter den Rumpf geschliffen, als Vorbereitung für den Neuaufbau, das sogenannte re-glassing. Sie haben so richtig mit der Arbeit Gas gegeben, damit am nächsten Tag weiter gearbeitet werden kann. Aber da hat uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Es hat in dieser Woche sehr viel geregnet und die Luftfeuchtigkeit war für diese Arbeit viel zu hoch. Kann man nix machen.
Ansonsten haben wir aber meistens noch sehr schönes Wetter. Morgens kann es zwar schon etwas frisch sein und Socken und Leggings sind erstmal angesagt. Unsere Fleece-Sachen haben wir bisher nicht benötigt und die sind noch gut verpackt auf Belena. Mittags ist es dann wieder schön warm und das Thermometer klettert weit über 20° C. So kann das Wetter gerne noch eine Weile bleiben. Ich düse auch nach wie vor jeden Tag mit dem Fahrrad in die Stadt, jedenfalls an den Tagen, an denen es nicht regnet.
Aber untätig war Benno deshalb in dieser Woche noch lange nicht. Er hat die Zeit in der Halle ausgenutzt, um doch noch den Anti-Slip Belag an einigen Stellen mit schönem Ausblickaufzubringen. Er wollte das eigentlich später machen, doch diese Arbeit ist eben in der Halle günstiger, weil es dort morgens keinen Tau auf dem Deck gibt. Die Backbord-Heckstufen sind jetzt komplett fertig und das Deck ist auch schon vorbereitet für den Anti-Slip-Belag.
Dann gab es eine weitere Verzögerung, denn plötzlich waren sieben Mitarbeiter der Boatyard an Covid19 erkrankt, so wie es hier bezeichnet wird. Alle "geimpft" wie die meisten Neuseeländer. Also hat Benno den Job alleine mit Peter gemacht. Das war ganz schön anstrengend.
Mittlerweile sind die Glasfasermatten auf den Rumpf aufgebracht. Man muss sich diese Arbeit wie Tapezieren vorstellen, statt Kleister wird eben mit Epoxy gearbeitet und statt Tapete kommt die Glasfasermatte drauf, die dann aber nochmal mit Epoxy eingepinselt wird. Allerdings ist dieses Zeug extrem giftig und man muss mit Maske arbeiten.bei der Arbeit Allerdings mit einer Maske, die auch was taugt. Keine tolle Arbeit. Das Schleifen, was anschließend gemacht werden muss, ist auch keine schöne Arbeit und das musste Benno leider auch alleine machen, weil keine Arbeiter dafür frei waren. So hatten wir uns das eigentlich nicht vorgestellt, aber ist nun nicht mehr zu ändern.
Unsere neuen Wellen sind in der Zwischenzeit angekommen und Benno hatte diese noch eingebaut, ehe Belena in die Halle kam.
Ansonsten gibt es nichts Neues zu erzählen. Arbeit, Arbeit und noch mehr Arbeit. Nix mit "sun and fun". Aber gelegentlich treffen wir uns mit anderen Seglern zum Potluck oder haben liebe Gäste bei uns an Bord. In einem Restaurant essen waren wir immer noch nicht, weil Benno sich am Liebsten an Bord bekochen lässt. Er ist abends einfach nicht in der Stimmung um noch weg zu fahren. Mittlerweile gibt es gegen die Corona-Maßnahmen auch in Whangarei Proteste und ich habe mich kürzlich mit ein paar Leuten auf der Straße unterhalten. Übrigens Normalbürger wie sonst wo auch. Die haben mir noch namentlich einige Restaurants genannt, die sich trotz Verbots der Regierung nicht an die Diskriminierung halten und jeden willkommen heißen. Mal sehen, vielleicht schaffen wir es mal im April essen zu gehen, denn die meisten dieser Restaurants kennen wir und die haben eine gute Küche.
Wir hoffen jetzt, dass sich die Arbeiten nicht noch weiter verzögern und Belena spätestens Ende April aus der Halle kommt und wir wieder auf unser Boot umziehen können. Drückt uns die Daumen, dass das so klappt.
Die Welt sieht zur Zeit sicher nicht so aus, wie wir uns das wünschen, aber Ostern steht vor der Tür und wir wünschen Euch allen, dass Ihr trotz alledem diese Zeit mit Eurer Familie und/oder Freunden genießen könnt.

Ende Februar 2022 Whangarei
Dieser Eintrag ist eigentlich nur was für Leute, die sich für Bootsprobleme interessieren. Denn sonst gibt es nicht so viel zu berichten. Wir haben soErinnerung an Martingut wie keine Ausflüge gemacht, wenn man mal von gelegentlichen Fahrradtouren absieht. Ansonsten hat sich im Februar leider nur ein Ereignis als herausragend erwiesen und das war die Trauerfeier für Martin, man nannte es hier "Celebration of Martin's life" und viele Freunde von Martin und seiner Lebensgefährtin haben sich getroffen um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Benno hatte Martin und Renate täglich auf dem Seefunknetz auf ihrem Trip von Tahiti nach Neuseeland begleitet. Wobei er fast nur mit Renate gesprochen hat. Wir haben dann später erfahren, dass Martin schon vor der Abfahrt in Tahiti gesundheitliche Probleme hatte, aber er hatte gehofft, dass es durch Medikamente besser wird.
Ich zitiere aus seinem Blog: "Nach einigen Tests und Telefonaten bei verschiedenen Neurologen auf Tahiti lautete die Diagnose: partielle Gesichtslähmung als Nebenwirkung der Covid-19-Impfung. Auch bekannt als Bell-Palsey, ist es eine seltene, aber bekannte Nebenwirkung des Impfstoffs." (https://sailingtaiko.blogspot.com/2021/) Sie sind los gesegelt, nachdem die Symptome sich so weit gebessert hatten, dass sie die Überfahrt in Angriff genommen haben. Wäre das nicht so gewesen, dann hätten sie nicht diese sehr lange Seereise angetreten. Aber zwei Tage vor Ankunft in Neuseeland ging es ihm sehr schlecht und bei Ankunft in Neuseeland musste er mit dem Hubschrauber abgeborgen werden. Er ist dann etwa sechs Wochen danach an einem Gehirntumor gestorben. Die Ärzte hier in Neuseeland haben jeden Zusammenhang mit der Covid-"Impfung" abgestritten, aber Renate und Martin waren sich da nicht so sicher. Diese Trauerfeier war sehr ergreifend und berührend und eine Gelegenheit für Martins Freunde ihm ein letztes Farewell mit auf seinen letzten Weg zu geben.
Ich hatte ja angekündigt, dass ich über die Fortschritte hier auf der Boatyard berichte. Erstmal das Positive: der Mast ist fertig lackiert und Benno hat auch schon fast alle Beschläge wieder montiert und diverse Verbesserungen vorgenommen. Der Mast ist nun fast so weit fertig um wieder auf seinen Platz gestellt zu werden. Aber bis dahin wirdder Mast ist lackiert und die Beschläge sind wieder drannoch viel, viel Zeit vergehen, denn da sind vorher noch diverse andere Arbeiten zu erledigen.
Eine Arbeit, die auch schon zum größten Teil erledigt ist, sind die Heckstufen. Wir hatten auf den Stufen ursprünglich Seacork und wir waren auch lange damit zufrieden. Aber dann hat sich herausgestellt, dass das Fugenmaterial nicht uv-resistent war. Man hatte dann jedes Mal schwarze Füße ,wenn man drauf gestiegen ist. Also runter mit dem Zeug. Als Nächstes kam etwas ähnlich aussehendes aus China. Sollte ewig halten. Hat aber der tropischen Sonne nicht standgehalten. Also weg damit. Nun sind wir der Meinung, dass wir diese Stufen einfach lackieren und anschließend mit Anti-Slip-Paint Arbeiten an den Heckstufenbehandeln. Aber vorher muss eine schöne, glatte Oberfläche geschaffen werden. Nun, muss nicht unbedingt, aber wir möchten es so. Also schleifen und spachteln und schleifen und spachteln und ...... Damit sind wir jetzt fertig und der erste Lack ist auch schon drauf. Jetzt fehlt nur noch der Anti-Slip-Belag, aber das machen wir kurz bevor das Boot wieder ins Wasser kommt. Wir werden sehen, wie das Ergebnis nach ein paar Jahren ist.
Dann gab es ein Problem mit den Wellen, denn wir hatten dort Korrosion, was eigentlich nicht hätte sein dürfen. Bukh Bremen hat uns 2003 doch tatsächlich die Wellen aus dem falschen Material verkauft. Statt Duplexstahl, der seewasserbeständiger ist, hat man uns Wellen aus einem minderwertigeren Edelstahl verkauft. Wir hatten das damals nicht überprüft, weil es uns überhaupt nicht in den Sinn kam, dass man uns da was Falsches geliefert haben könnte. Benno hatte ziemlich viel Arbeit, die alten Wellen auszubauen, denn dazu muss man bei uns die Ruder entfernen. Und da Belena nicht im Wasser ist, war das schwierig. Wie immer, hat Benno hier eine Lösung gefunden und hat ein Loch in den Boden gegraben, konnte so die Ruder absenken und die Wellen ausbauen. Wir wollten erst hier neue Wellen bestellen, doch der Durchmesser unserer Wellen ist 30 mm. Das gibt es hier nicht. Die haben hier nureines unserer Pukekosdas imperialistische Maß, was einem Durchmesser von 31,75 mm entspricht. Also haben wir die Wellen bei SVB in Bremen bestellt. Wir sind dort schon seit 2003 Kunde und können diese Firma nur empfehlen. Gute, kompetente Beratung und die Preise sind auch ok. Die neuen Wellen waren schon nach knapp einer Woche in Neuseeland, aber die Abwicklung vom Zoll in Auckland hat gedauert und gedauert. Sie sind immer noch nicht bei uns angeliefert worden, aber wir bleiben optimistisch, dass wir sie bald bekommen.
Dann haben wir noch ein dickes Problem mit dem Backbordrumpf. Als wir aus dem Wasser kamen, haben wir festgestellt, dass sich Blasen gebildet haben. Nein, es ist keine Osmose, aber im Endergebnis spielt das auch keine Rolle. Wir hatten ja schon mal 2016 in New Cal den Backbordrumpf abschleifen lassen und neu aufbauen lassen, weil auch da Blasen aufgetaucht waren, die zwei unabhängige Experten für Osmose gehalten haben. Aber es war keine Osmose, wie wir heute wissen. Aber bei dem Neuaufbau ist offensichtlich was schief gelaufen. Näher will ich hier nicht ins Detail gehen. Leider mussten wir hier viel Lehrgeld bezahlen. Jedenfalls hat sich herausgestellt, dass wir die ganze Schei.... hier wieder machen müssen. Rumpf abschleifen, neu aufbauen und dann Coppercoat aufbringen. Zum Glück nur auf der Backbordseite. Aber mit Peter haben wir diesmal hoffentlich jemanden gefunden, der kompetent ist. Jedenfalls hat er einen guten Ruf. Wir kennen Peter übrigens schon seit einigen Jahren, denn er hat ein altes Whitbread-Race-Boot in desolatem Zustand gekauft und selbst in Stand gesetzt und lebt jetzt mit seiner Familie auf dem Boot. Wir haben ihn das erste Mal getroffen, als er dieses Boot auf der Norsand Boatyard vor ein paar Jahren in Stand gesetzt hat. Wer sich dafür interessiert: https://www.camarasailing.com/blog
Jedenfalls hat er dort einen Mordsjob gemacht und wir hoffen natürlich, dass es bei uns auch gut läuft. Wir müssen für diese Arbeiten in die Lackierhalle, denn die Außenbedingungen sind für die geplanten Arbeiten nicht günstig. Allerdings hinken wir dem Plan sehr hinterher. Erst hieß es, dass wir Mitte Februar in die Halle können, dann war von Ende Februar die Rede und nun wurde uns der 7. März als Termin zugesagt. Aber ich glaube es erst, wenn wir in der Halle sind. Also wie so oft: wait and see.

Ende Janunar 2022 Whangarei
Nun ist schon wieder ein neues Jahr angebrochen und seit dem letzten Logbucheintrag ist etwa ein Monat vergangen. Aber es kommt uns wesentlich länger vor. Viel länger. Mindestens zwei Monate oder mehr. Wir haben das Gefühl, dass die Zeit rasend schnell vorbei geht.
Ich will erst noch berichten, wie es uns in den letzten Tagen im alten Jahr ergangen ist. Vor Weihnachten ankerten wir noch vor Whangarei und hatten vor, mit Freunden die Weihnachtstage zu verbringen. Leider hatten unser Freunde kurz vorher einen sehr engen Freund verloren, nachdem er sich die Corona-Spritze hat geben lassen. Natürlich waren unsere Freunde dann sehr traurig und hatten dann keine Lust auf Weihnachtsfeier. Können wir gut verstehen. Also sind wir kurz vor Weihnachten wieder in die Urquhartsbay gefahren und haben dort die letzten Tage im Jahr verbracht.
In der Weihnachtszeit haben wir öfter mal grünen Spargel gegessen und in der Urquhartsbay haben wir natürlich in Jakobsmuscheln geschwelgt. Benno ist fast jeden Tag ins Wasser und hat dann immer welche mit hoch gebracht. Als Weihnachtsmenu gab es Seafood-Pizza mit vielen Jakobsmuscheln und aucauf Limestone Islandh Prawns. Die Umgebung in dieser Bucht ist sehr schön, wenn man nicht gerade auf die Seite guckt, wo die Ölraffinerie ist. Wenn der Wind blöd steht, stinkt es gewaltig, aber wir hatten Glück und es hat nicht aus dieser Richtung geblasen. Neben schwimmen und tauchen haben wir auBelena kommt an Landch Spaziergänge an Land gemacht und ansonsten haben wir einfach nur relaxt und es uns gut gehen lassen.
Silvester haben wir auch alleine verbracht, aber wir waren doch sehr überrascht, dass es in der Urquhartsbay überall kleine Feuerwerke gab. Nix spektakuläres, aber doch ganz nett. Wir haben sogar bis Mitternacht durchgehalten und das neue Jahr gebührend mit Sekt begrüßt. Und Dinner for one durfte auch nicht fehlen.
Am 10. Januar hatten wir den Termin um Belena an Land zu stellen und wir blieben so lange wie möglich in der Urquhartsbay. Erst einen Tag vorher fahren wir schon mal ein Stück den Hatea River rauf und ankern bei Limestone Island. Ein schönes Inselchen, sogar mit Geschichte und vielen angelegten Wanderwegen. Absolut sehenswert.
Blick von unserem StandplatzAm Montag um zwei Uhr, bei Hochwasser wurde Belena dann bei Norsand Boatyard aus dem Wasser gehoben. Das ganze lief wie immer sehr professionell ab und der Blutdruck hat sich bei uns nicht erhöht. Es ist ja auch schon das dritte Mal, dass Belena hier an Land kommt und wir wissen, dass Kevin und David einen guten Job machen.
Kaum stand das Boot an Land, bin ich auch schon gleich mit dem Fahrrad in die Stadt gedüst. Die Vorräte waren doch schon etwas dezimiert und ich habe mich auch gefreut, wieder mit dem Fahrrad unterwegs zu sein. Wir haben auch einen schönen Standplatz bekommen mit Blick auf den Fluss und bunte Blumen. Eine Pukeho-Famile wohnt auch da und sie haben gerade Nachwuchs. Wäre es nicht eine Boatyard, dann wäre es fast idyllisch.
Nun sind wir also wieder im Arbeitslager, aber wir lassen es uns trotzdem gut gehen. Das Wetter ist schön und ich fahre fast täglich mit dem Rder Mast wird gelegtad in die Stadt. Wir genießen immer noch die Erdbeeren und das sonstige lokale Gemüse und die leckeren Früchte wie Pfirsiche und Kirschen und vieles mehr.
Wir haben einiges an Arbeitspensum und das meiste ist schon in Angriff genommen worden. Der Mast wurde ziemlich bald gelegt, denn nach fast 17 Jahren war das mal fällig. Benno will einige Schwachstellen ausmerzen, das ein oder Andere verbessern und er wird neu lackiert. Wann wir mit den ganzen Arbeiten fertig sein werden, steht noch in den Sternen. Aber es geht uns gut hier. Unsere Befürchtungen, dass wir zu sehr einschränkt werden durch die Zwei-Klassen-Gesellschaft, wie sie die Premierministerin wünscht, haben sich bisher noch nicht bewahrheitet. Im Gegenteil, fast jeder, mit dem wir sprechen, hat zu den Maßnahmen der Regierung eine kritische Einstellung. Auch auf Norsand Boatyard ist die Lage sehr entspannt. Und in der Stadt auch. In den Supermärkten ist zwar Maskenpflicht, aber wenn man keine trägt, ist es auch gut. Ich war auch schon beim Frisör, bei der Pediküre und im Bauchtanzkurs, wo überall Schilder hängen, dass man nur mit Vax-Pass reinkommt. Aber viele Besitzer von solchen Geschäften interessiert das nicht die Bohne und somit ist die einzige Einschränkung, dass wir bisher noch nicht im Restaurant waren. Aber Benno schmeckt es sowieso an Bord am Besten und ein Bekannter hat uns erzählt, dass auch viele Restaurant sich nicht um diese Maßnahmen scheren. Hier bei Norsand gibt es Aufenthaltsräume und einen großen Grill, den die Segler benutzen dürfen, wenn die Arbeiter der Boatyard Feierabend haben. Das nutzen wir gerne, denn wir haben hier eine nette internationale Gruppe und wir treffen uns einmal die Woche zum Potluck, wobei der Grill natürlich auch meistens genutzt wird.
Mitte Januar gab es dicht bei Tonga einen gewaltigen Vulkanausbruch. Der Knall soll sehr weit zu hören gewesen sein und als Folge gab es einen abgesoffen in der Tutukaka MarinaTsunami, der auch die Küste von Neuseeland getroffen hat. Letztes Jahr im März gab es wegen einem Erdbeben bei den Kermadecs eine Tsunamiwarnung, die jeder mit einem schrillenden Alarmton auf sein Handy bekommen hat. Damals waren wir in der Bay of Islands und fast jedes Boot dort ist ins tiefe Wasser gefahren, aber wir haben von einer Welle überhaupt nichts gemerkt. Diesmal gab es keine Warnung, aber dafür erhebliche Schäden. Das lag sicher auch daran, dass zusätzlich zu der Tsunamiwelle auch noch die Wellen dazu kamen, die durch den Ausläufer des Zyklons Cody verursacht wurden. Aber uns ist nichts passiert, weil wir erstens hoch und trocken an Land waren. Außerdem liegt die Norsand Boatyard am Hatea River, der ganz schön weit ins Landesinnere geht. Also kein Problem für uns. Aber die Marina in Tutukaka, die Luftlinie gar nicht so weit von uns entfernt liegt, hat es bös erwischt. Viele Boote sind gesunken, noch mehr sind beschädigt und auch viele Stege der Marina sind zerstört.
Vielen Dank auch nochmal an dieser Stelle für die vielen Anfragen, ob wir von der Tsunamiwelle betroffen waren und ob es uns gut geht.
Wir werden also weiter vor uns hin wurschteln und beim nächsten Logbucheintrag Ende Februar, kann ich sicher schon mehr berichten, was denn von den vielen Arbeiten schon erledigt ist oder welche Fortschritte es gab.