Logbuch 2024

31. 1. 2024 - Norsand/Whangarei - Urquartsbay
Juhu!!! Belena ist endlich wieder im Wasser. Wir hatten ja im Januar mehrere Anläufe genommen, um Belena wieder einzuwassern, aber wir haben die immer wieder nach hinten verschoben. Es war immer noch dit und dat zu tun und zu sehr in Stress geraten wollten wir auch nicht. Wir waren ja Belena kommt wieder ins Wasserschon einige Male bei Norsand auf dem Hardstand, wie es hier heißt, und danach haben wir oft noch einige Tage vor Norsand im Hatea River geankert. Man kann vonBaumstamm Weitwurfdort bequem mit dem Dinghi nach Whangarei fahren, oder es gab andere Gründe, weshalb wir noch eine Zeit lang in der Gegend geblieben sind. Doch diesmal hatten wir alles erledigt, was wir erledigen wollten, und Benno wollte den sauberen Anker und die saubere Kette nicht im schlammigen Grund des Flusses versenken. Gegen Mittag bei Hochwasser war Belena im Wasser und wir sind gleich in die Urquartsbay gefahren. Leider nicht gesegelt, aber es sind nur zwei Stunden bis dorthin.
Doch wie ist es uns die übrige Zeit im Januar ergangen? Fangen wir mal bei den letzten Tagen im alten Jahr an. Weihnachten und Silvester verliefen bei uns in relativ ruhigen Bahnen, aber wir haben auch mit anderen Seglern zusammengesessen und ein paar Drinks genossen. Wir haben sogar bis Mitternacht durchgehalten, obwohl wir am nächsten Tag früh aufstehen wollten. Wir hatten schon öfter von den Highland-Games in Waipu gehört, die jedes Jahr Tauziehenam 1. Januar stattfinden, und nun wollten wir uns dieses Event mal ansehen. Waipu ist eine kleine Gemeinde, etwa eine dreiviertel Stunde Autofahrt von Whangarei entfernt. Die ersten Einwanderer kamen aus Schottland und bis heute wirdStrand in Ruakakadas schottische Erbe hochgehalten.
Als wir in Waipu ankommen, hören wir schon die ersten Dudelsäcke blasen, und nach dem Einmarsch der Clans fingen die Wettkämpfe an. Schwerpunkt sind die Heavyweight Games, wo große, 10 kg-schwere Feldsteine weit geworfen werden sollen. Dann kommt der Hammer-Weitwurf, und der Hammer ist auch ein schweres Teil. Benno erklimmt den MastAnschließend müssen Säcke mit einer Forke über eine sehr hohe Stange geworfen werden, und später gibt es noch den Baumstamm-Weitwurf, den wir am spektakulärsten finden. Der Baumstamm ist sechs Meter lang, 57 kg schwer, und dann muss der Wettkämpfer damit Anlauf nehmen und ihn dann so weit von sich wegschleudern, dass er sich überschlägt. Ein schwieriges Unterfangen, und die komplette Performance gelingt bei weitem nicht jedem. Aber gelegentlich wird das Ziel erreicht und mit entsprechendem Beifall begleitet.
Zwischendrin gibt es auf mehreren Bühnen verschiedene Highland Tänze, außerdem noch Sackhüpfen und Wettrennen für die Kinder. Fressbuden dürfen auf so einer Veranstaltung natürlich auch nicht fehlen und wir genehmigen uns jeweils einen Paua-Fritter und einen WhiteBait-Fritter. Beides sehr lecker. Aber zum Mittagessen gehen wir doch lieber in die Stadt und essen dort in einem Café.die Dyneema Leinen
Am Nachmittag gibt es Tauziehen, ein weiteres Highlight der Veranstaltung. Gruppen von acht Leuten konnten sich anmelden und als Preisgeld gab es für das Gewinner-Team 1600 Dollar. Wir ergattern einen Zuschauerplatz in der ersten Reihe und genießen das Schauspiel. Die Teilnehmer sind gewichtsmäßig und muskelmäßig sehr gemischt aufgestellt. Einige Gruppen haben auch Frauen im Team, die sich ganz gut schlagen. Den Hauptpreis gewinnt dann eine Gruppe von sechs Männern und zwei Frauen. Die Männer sind teils richtige Muskelmänner und teils sehr gewichtige Männer. Einige der Männer haben T-Shirts von einem Rugby-Team an, die ja meistens nicht besonders zierlich sind.
So gegen drei Uhr hat sich der Markt weitestgehend verlaufen, und der letzten Wettkampf, den wir sehen, ist das Schleudern eines großen Gewichtes über eine sehr hohe Stange. Dann gönnen wir uns noch ein Eis und fahren anschließend noch an den tollen Strand von Ruakaka. Dort machen wir einen schönen Spaziergang am belebten Strand und fahren dann nach Hause und lassen den Tag dort ausklingen.
das neue Waschbecken im Bb BadEines Nachts hat es dann bei uns an Deck ordentlich gerumpelt, und am nächsten Tag lag ein Possum in der Falle von unserem Nachbarn. Mir tun die Viecher ja leid, aber die Neuseeländer hassen sie wie die Pest.
Dann kamen tatsächlich die neuen Dyneema-Leinen, die das bisherige stehende Gut ersetzen, wie angekündigt an. Am 4. 1. wurden sie von Europa verschickt, am 8. 1. waren sie in Neuseeland, und eine Woche später waren sie durch den Zoll und wurden uns zugestellt. Dann hatte Benno natürlich jede Menge Arbeit. Er musste mehrfach den Mast rauf und runter, um das stehende Gut auszutauschen.
Aber damit war die To-do-Liste noch lange nicht abgearbeitet, denn Benno hat sich noch das Backbord-Bad vorgenommen. Wir haben ein schönes, neues Waschbecken gefunden, das auch platzmäßig reinpasst. Aber die Ablage musste auch neu gemacht werden und ich denke, es ist klar, dass das alles kein 5-Minuten-Job war. Aber dasFarmers Market in WhangareiErgebnis kann sich sehen lassen.
Dazu kamen die üblichen Arbeiten, die bei so einer langen Standzeit an Land anfallen. Benno will unsere Motoren laufen lassen, denn wir wollen schließlich keine böse Überraschung erleben an dem Tag, wo Belena endlich wieder ins Wasser kommt. Der Dieseltank wird sauber gemacht, mit neuem Diesel aufgefüllt, die Wellenabdichtungen werden überprüft und und und... Die Liste ist lang. Blöd ist, dass unser Windmessgeber kaputt ist. Benno hatte ihn von der Mastspitze entfernt, denn Vögel setzen sich da gerne drauf und wenn das Boot lange Zeit unbewohnt ist, treiben sie dort oben einigen Unsinn. Deshalb hatte Benno ihn demontiert. Als er ihn wieder montiert hat, ging er nicht mehr. Der Ersatzwindmessgeber war auch kaputt. Einer hatte ein mechanisches Problem und der andere ein elektronisches Problem. Benno konnte beide wieder reparieren, aber solche Arbeiten machen ihm zumindest Spaß.
Wir hatten lange Zeit schönes, sonniges Wetter, und die Gelegenheit hat Benno genutzt und hat einige Stellen am Boot lackiert, die es sehr nötig hatten. 2022 wollten wir ja das Boot komplett lackieren lassen, wozu es leider nicht kam, aber nun sind wenigstens einige Stellen ausgebessert.
Die Genua muss auch noch in die Rollanlage eingefädelt werden, denn auch die hatten wir demontiert, weil es im Winter in Neuseeland auch schon mal sehr stürmisch werden kann.
Bevor wir aus Whangarei weg sind, habe ich auch noch mal ordentlich eingekauft. Nicht nur in den Supermärkten, sondern ich habe es diese Saison auch öfter mal auf den Markt geschafft. Der Farmers-Market ist in Whangarei sehr früh morgens und um halb zehn bauen die meisten Farmer ihre Stände schon ab. Das ist ja gar nicht meine Zeit, aber diese Saison war es oft am Samstagmorgen schönes Wetter und ich bin dann gleich nach dem Aufstehen zum Markt geradelt.
So, das war ein grober Überblick über die Zeit im Januar, und morgen soll es schon von der Urquartsbay in die Bay of Islands gehen. Es soll ein günstiger Wind wehen und morgen Abend sollten wir schon dort sein. Aber dazu später mehr.